Zum US-Ausstieg von Microgaming

September 28th, 2009

Das hätte man vor einem Jahr sicherlich nicht erwartet. Zwar musste Microgaming in vielerlei Hinsicht Umsatzwerte an Playtech abgeben, dass der auf der Isle of Man lizenzierte Softwareentwickler in Amerika jetzt jedoch komplett das Handtuch wirft, ist ein Donnerschlag in der Branche. Grund für den plötzlichen Entschluss scheint die jahrelang ungewisse Lage des Online-Glücksspiels im US-amerikanischen Rechtssystem zu sein. Seit längerer Zeit besteht Klärungsbedarf auf dem Gebiet, Senat, Kongress und Staatsführung sind momentan jedoch unglaublich entscheidungsträge. Deswegen nun die Flucht auf den europäischen Markt. Zwar gibt es hier auch noch keine konkrete, rechtliche Fundierung, das EU-Parlament unterstützte aber in seinen letzten Abstimmungen ganz klar den wachsenden Marktsektor.

Trotz des Rückhaltes in Europa kommt die Entscheidung von Microgaming überraschend. Mit seinem Ausstieg gibt das Unternehmen schließlich ein millionen- bis milliardenfaches Potential frei, welches nun von seinen Konkurrenten wahrgenommen werden kann – und wahrgenommen werden wird. Nutznießer dürfte vor allen Dingen der aufstrebende Softwareanbieter Cryptologic sein. In den USA ist das kanadische Unternehmen mittlerweile zu einem sehr soliden Gegner von Microgaming erwachsen und dürfte mit dessen Ausstieg möglicherweise einer der wichtigsten Produzenten in der US-Szene werden. So die US-Regierung dem nicht Steine in den Weg stellt: in den letzten Jahren mussten mehrere Casinobetreiber hohe Strafen wegen illegalem oder nicht lizenziertem Glücksspiels  hinnehmen. Ob Microgaming diesem Schicksal entgehen will?

Da die Tage der konservativen Bush-Regierung gezählt sind, ist diese Vermutung an und für sich zweifelhaft. Im Gegenteil zur vormals vertretenen Politik, ist sogar eine Veränderung hin zum Positiven zu erwarten. Da die internationale Bankenkrise das US-Wirtschaftssystem erheblich angeschlagen hat, wäre es nämlich fatal, dem lukrativen Geschäft den Garaus zu machen. Zwar kann noch nicht gesagt werden, in welcher Hinsicht der neue US-Präsident Barack Obama diesbezüglich entscheiden wird, jedoch zählt auch er zu den Unterstützern eines liberalisierten Glücksspielmarktes. Die Entscheidung von Microgaming, den amerikanischen Markt ausgerechnet während dieser noch unentschiedenen, politischen Wandlungsphase zu verlassen, ist daher nur schwer erklärbar. Welche Überlegung dem wirklich zugrunde liegt, weiß man wohl nur in der Hauptzentrale des Unternehmens selber. Von außen betrachtet aber, hätte wohl jeder Wirtschaftsberater dringend zu einer abwartenden Haltung in der Sache geraten. Vielleicht weiß Microgaming aber mehr und die Zeit wird dem Software-Entwickler recht geben. Für Stirnrunzeln bei den Konkurrenten wird der Ausstieg jedenfalls gewiss nicht führen, denn diese haben nun einen radikal frei geräumten Markt vor sich, in welchem sie sich noch agiler bewegen können.

Glücksspiel XY: über mafiöse Strukturen in der deutschen Casinowirtschaft

September 28th, 2009

Zweifellos bietet das Geschäft mit dem Glücksspiel großes Potenzial für dunkle, gar für finstere Machenschaften. Das muss zwar nicht grundsätzlich der Fall sein – vor allem, wenn es von Seiten des Staates in einigermaßen geordnete Bahnen gelenkt wird –, kann aber, wie es nicht wenige Fälle beweisen, zur Realität werden. Die Glücksspiel-Verwicklung von Al Capone in den USA der 20er Jahre ist sicherlich nur eines der berühmtesten Beispiele. Aber auch hierzulande herrschen bisweilen unlautere Methoden, welche nur selten zu Tage treten. Berühmt geworden jedoch ist der Fall der so genannten XY-Bande im brandenburgischen Neuruppin im Jahre 2005 – als ebendiese bereits eine lange Geschichte illegalen Glücksspiels hinter sich gebracht hatte.

Seit dem Fall der Berliner Mauer beteiligte sich die berüchtigte Bande an illegalen Geschäften, Prostitution und Drogenhandel in Ostdeutschland, fand ihre Wege bis in die Rathäuser Brandenburgs und unterhielt umfangreiche Beziehungen zur Polizei der Region. Insbesondere das Glücksspielgeschäft brachte ihr erhebliche Gewinne ein. Bis die Machenschaften der Gruppierung 2005 als riesiger Skandal aufflogen, hatte sie Millionen an Schwarzgeldern umgesetzt und sich ein wahres Imperium in Brandenburg aufgebaut: der anschließende Prozess gilt bis heute als das größte Verfahren gegen die organisierte Kriminalität in Ostdeutschland. Im Zentrum des Verfahrens stand ein einstmals einfacher Würstchenverkäufer: Olaf Kamrath, anfangs nichts weiter als ein Imbissbudenbetreiber, stieg innerhalb weniger Jahre zum Paten von Neuruppin auf, erwarb unzählige „Dienstwagen“ und Immobilien in der Stadt und betrieb ein sich weit spannendes Netzwerk an Zuliefern, Betreibern und Helfeshelfern. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere spielte er sich nicht nur als Fußballpräsident, Casinoherr und Stadtabgeordneter auf, sondern galt gemeinhin als Mäzen für das politische und kulturelle Leben in der Stadt Neuruppin. Dass ein so unverhältnismäßiger Aufstieg irgendwann in einem Skandal enden musste, war an und für sich vorprogrammiert. Bereits nach der Jahrtausendwende kamen erste Einzelheiten ans Licht und führten 2004 zu Razzien in verschiedensten Gebäuden der Stadt. Gegen hunderte Personen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und mehrere unmittelbar verhaftet: Rathausbeamte, Politiker und Polizisten konnten sich unter anderem zu den Komplizen der XY-Bande um Olaf Kamrath zählen. Noch heute gehen die Ermittlung unentwegt weiter. Längst sind nicht alle Zusammenhänge des Bandenimperiums aufgedeckt. Allgemein wird jedoch davon ausgegangen, dass auch in anderen ostdeutschen Städten ähnliche Strukturen vorherrschen, welche sowohl das illegale Treiben rundum Drogen, nicht-lizenziertes Glücksspiel und Prostitution als auch die Politik nachhaltig beeinflussen.

Wer auf eine sichere Nummer bei seinem Spielbankbesuch setzen möchte, sollte sich daher stets an die namhaften Casinos halten. Kleinstadtcasinos können bisweilen allzu sehr in Machenschaften verwickelt sein, mit denen man für gewöhnlich nichts zu tun haben möchte. Bei den großen Häusern am Rhein, aber auch der europäischen Hauptstädte, ist dies so gut wie auszuschließen. Hier zu spielen ist daher in der Regel ein sicheres Unterfangen.

Würfelpoker

September 28th, 2009

Würfelpoker ist der Oberbegriff für mehrere Spiele, bei denen Poker nicht mit Karten, wie üblich, gespielt wird, sondern gewürfelt wird.
Es gibt davon drei Spielvarianten, Poker Dice(offenes Würfelpoker), Liar Dice(Verdecktes Würfelpoker, bzw. Liar= Lügner)- das wird im Französischen auch Menteur(= Lügner)genannt, und Escalero.
Da man für das Würfelpoker- wie der Name schon sagt- keine Karten verwendet, gibt es dafür spezielle Pokerwürfel, die statt der Augen die Pokersymbole haben. Das wären Ass, König, Dame, Bube, Zehn und Neun. Das Ass liegt gegenüber der Neun, und der König gegenüber der Zehn, während die Dame dem Buben gegenüber gesetzt liegt.
Die verschiedenen Würfelpokervarianten verwenden eine unterschiedliche Anzahl von Würfelsätzen. Ein Satz besteht dabei aus 5 Würfeln.
Bei Escalero wird nur ein Satz Würfel, also insgesamt 5 Würfel benötigt. Bei Liar Dice sind es schon zwei Sätze, und dementsprechend insgesamt 10 Würfel. Bei Poker Dice wird empfohlen, dass jeder Spieler seinen eigenen Satz Würfel hat, es ist aber kein Muss. Die Kartenkombinationen- beziehungsweise die Kombinationen der Symbole und Werte sind auch beim Würfelpoker genau so wie beim normalen Pokerspiel.
Jeder Spieler hat die Möglichkeit, nach dem ersten Wurf noch zwei Mal zu würfeln, allerdings gilt beim Würfelpoker, dass während des gesamten Spiels nur drei Würfe erlaubt sind, man kann entweder alle Würfel noch einmal werfen, oder eine bestimmte Anzahl oder auch nur einen. Beim perfekten Wurf- für den die Wahrscheinlichkeit zugegebermaßen gering ist- ist ein erneuter Wurf logischerweise unnötig. Das Ziel ist natürlich, den vorherigen Wurf zu verbessern, sodass eine stärkere Kombination entsteht. Diese drei Würfe können nicht überschritten werden, um das perfekte Ergebnis aus seinem Wurf zu machen sind also Konzentration und Logik gefragt, um eventuell mögliche Kombinationen zu ermitteln.
Würfelpoker gibt es auch als Online Glücksspiel, einige Anbieter lassen den Spieler dabei auch kostenlos und nur so zum Zeitvertreib spielen. Solche Angebote sind eine gute Gelegenheit für Anfänger- oder für jeden, der dieses Spiel einfach mal ausprobieren oder trainieren möchte- sich im Würfelpoker zu verbessern. Angezeigt wird beim Online Würfelpoker, welche Würfel man noch einmal “würfeln” möchte und welche nicht, und in der Liste kann man sehen, welche Kombinationen man schon geworfen hat.
Würfelpoker ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Vielfalt der Online Glücksspiele schier unermesslich ist und man in den Online Casinos und bei den diversen Anbietern für jeden Geschmack und für jedes Niveau etwas findet.

World Series of Poker

September 28th, 2009

Die World Series of Poker(abgekürzt WSOP)ist ein riesiges Pokerturnier, das aus mehreren Events und einem Hauptturnier besteht. Es findet seit 1970 jedes Jahr in den USA, besser gesagt in Las Vegas, der Heimat des Glücksspiels, statt. Wie der Name schon sagt, besteht dieses Ereignis aus mehreren Pokerturnieren. In den USA liegt das Mindestalter, um daran teilnehmen zu können bei 21, im Gegensatz dazu liegt es in Europa, wo die WSOP seit 2007 auch stattfinden, bei 18 Jahren. Tausende von Teilnehmern- wobei die Zahl jährlich schwankt und es in den letzten Jahren sechs- bis achttausend Spieler waren, versuchen, sich für die nächste Runde zu qualifizieren oder auch ins Hauptturnier zu kommen. Das Hauptturnier bei der WSOP besteht aus einem Texas Hold´em No-Limit(demzufolge gibt es für die dort gemachten Einsätze keine Grenze)Pokerspiel. Die Gebühr, um sich in das Hauptturnier einzukaufen(Buy-in)beträgt 10.000$, für die kleineren Turniere- über die man sich aber unter Umständen auch für das Hauptturnier qualifizieren kann- ist die Summe des Buy-ins geringer. Dafür beträgt der Topf, den die Spieler gewinnen können, aber auch Millionen, und der bisher grösste Pot bestand aus 12 Millionen US- Dollar, die Gewinne der anderen Turniere sind kleiner, aber immer noch rentabel.
Einer der Pokerstars, die außerdem mit einer kuriosen Geschichte aufwarten können, ist Chris Moneymaker, der es im Jahr 2003 mit einem Buy-In von nur 40$ bis in das Hauptturnier schaffte und dieses dann auch noch mit 2,5 Millionen US-Dollar Gewinn verließ. Nicht nur sein Name(=Geldmacher) löste danach einen Pokerboom aus und machte auch vielen Amateuren Mut, sich an die World Series of Poker zu wagen, sein Beispiel zeigt, dass theoretisch jeder beim Poker gewinnen kann und nicht nur Profis, die sich schon einem Namen gemacht haben, siegen können. Seit einigen Jahren gibt es zusätzlich auch noch einen Preis für den Spieler des Jahres, den derjenige, der während allen Turnieren des ganzen Events die meisten Punkte gesammelt hat, erhält.
Gewinner des Hauptturniers erhalten neben dem Preisgeld auch ein goldenes Armband(Bracelet genannt), das ein Symbol dafür ist, wie erfolgreich ein Pokerspieler ist. Unter den Trägern sind auch einige Deutsche.
Die World Series of Poker wird auch in Deutschland im Sportfernsehen übertragen, sodass Pokerfans die Veranstaltung verfolgen können. Einige Online Anbieter von Poker bieten auch Möglichkeiten an, sich durch sie für die WSOP zu qualifizieren oder die Abwicklung, sich am Hauptturnier einzukaufen, zu übernehmen.

Nachdem sich der Qualm gelichtet hat: Wie das Rauchverbot die Glücksspieler fernhält.

September 28th, 2009

Wer hätte das gedacht? Da melden die drei großen deutschen Spielbanken im Südwesten erhebliche Rückgänge und Schuld soll ausgerechnet einmal nicht die Finanzkrise, sondern das Anfang letzten Jahres eingeführte Rauchverbot sein. Ohne Zigarrendunst lässt sich weder Pokerface noch Pokerblatt ausreichend verdecken – das weiß man ja. Dass deswegen aber gleich 20% der Kundschaft ausbleiben, ist eine wahrhafte Überraschung. Im Württembergischen redet man bereits von einem Einbruch, der 77 Mio. Euro entsprechen soll. Bayern trifft es sogar noch schlimmer: 30% der Erlöse sind schlichtweg verschwunden, weswegen man an der Isar bereits lebendig darüber diskutiert, ob man für Casinos nicht doch eine Ausnahme machen sollte: erst vor Kurzem wurde den bayrischen Spielhäusern daher erlaubt, exklusive Raucherspieltische einzurichten. Ob das jedoch mehr als nur die Umsätze der Tabakindustrie in die Höhe treiben wird, ist fraglich.

Objektiv betrachtet schwächeln schließlich die Casinos weltweit – abgesehen vielleicht vom kommunistischen Macao. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob in ihnen seit Jahrzehnten ein Rauchverbot herrscht oder nicht. Der Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Casinogesellschaft Otto Wulferding, sieht das allerdings ein wenig anders. Seines Erachtens ist es ein Großteil der männlichen Spieler, die ohne Zigarette einfach die Gefolgschaft versagen: „Bei spannender Unterhaltung, die Nervenstärke braucht, ist der Griff zur Zigarette normal“, teilte er jüngst der Südwest Presse mit. Ohne Zigarette also keine Nervenstärke und ohne Nervenstärke keine Glücksspielunterhaltung. Da ca. zwei Dritteln der Casinogänger also der Rauchgenuss entzogen wird, dürfte mindestens die Hälfte davon zur verräucherten Alternative am heimischen PC wechseln, womit der Einbruch der Südwestdeutschen Casinowirtschaft sehr simpel und einfach erklärt wäre: Die Milchmädchenrechnung des Casinoverbandes geht wahrlich auf.

Das bayrische Experiment soll den Zusammenhang von Nikotinsucht und Spielbankbesuch nun kräftig unter Beweis stellen. In den folgenden Monaten wird sich zeigen, ob an den Rauchertischen mehr Jetons verspielt werden, als an den qualmfreien. Wie auch immer das Ergebnis ausfallen wird, die derzeitige Finanzkrise wird es kaum ausgleichen können. In der Tat tendieren viele Glücksspieler in Krisenzeiten eher dazu ihr Bares zu horten, anstatt es mit waghalsigen Aktionen aufs Spiel zu setzen. Zwar ist es eine gängige Meinung, dass sich viele unglückliche Seelen einen Geldsegen vom Glücksspiel erhoffen, die Realität zeigt dahingehen, dass die Hoffnungen deswegen noch lange nicht die Basis für eine entsprechende Handlung sind. Wie auch? Wem der finanzielle Schuh drückt, wird ihn kaum auf dem Spieltisch gegen einen neuen einzutauschen versuchen und dabei das Risiko eingehen, barfuss nach Hause gehen zu müssen. Ob sich die Zigarettenthese der Württembergischen Spielbanken daher nicht doch letztlich in Rauch auflösen wird…? Zu erwarten wäre es allemal.

Online Casinos in der Wirtschaftskrise

September 28th, 2009

Die Wirtschaftskrise ist seit Monaten ein heiß diskutiertes Thema in fast allen Sektoren der Wirtschaft. Von einem historischen Abschwung wird gesprochen und davon, dass die Rezession alle Wirtschaftszweige erfasst – und das weltweit. Die Casinoindustrie im Internet soll davon natürlich nicht ausgeschlossen werden. Zumindest wenn es nach einigen Schwarzmalern aus Großbritannien geht – des Staates, der immerhin einen Großteil der im Netz tätigen Online Casinos auf seinem Überseegebiet Gibraltar beherbergt. Neulich veröffentlichten nämlich einige dieser Experten einen Bericht, der ganz klar darlegt, warum die Casinoindustrie im Netz ihrem Untergang geweiht ist: konkrete Auswirkung habe die Finanzkrise so vor allem dadurch, dass eine schlechtere finanzielle Situation der Bevölkerung allgemein zu einer Einsparung an überflüssigen Ausgaben führe. Obwohl das in allererster Linie die landbasierten Casinos betreffe, würden die Onlinespielbanken davon keineswegs unverschont bleiben. Es sei schließlich nicht damit zu rechnen, dass geprellte Anleger nun all ihre Hoffnungen in eine vage Investition im Bereich des Glücksspiels setzen. Stattdessen führen Krisensituationen solchen Ausmaßes eher zu vermehrtem Sparen: nachdem der Kurs des britischen Pfunds rapide gefallen ist, könnte das sogar zur Realität auf dem europäischen Inselreich werden – einzig die entsprechenden Zahlen sprechen eine andere Sprache.

Die Gegner dieser Theorie der Internetrezession gaben nämlich neulich zu bedenken, dass die Webcasinos gemeinhin als einfachere, billigere, bequemere und überzeugendere Alternative angesehen werden würde. Es käme dabei auch gar nicht darauf an, wie viel genau der Einzelne in dieses Geschäft investiere, sondern wie viele Einzelne sich überhaupt beteiligen. Letztlich macht es im Geschäft mit den Online Casinos nämlich die Masse, während die Landspielbanken doch bisher eher auf eine finanzkräftige Klientel gesetzt haben. Der Erfolg dieser Strategie lässt sich dabei sogar in messbare Zahlen fassen. Im vergangenen Jahr – als die Wirtschaftskrise also vollends einschlug, amerikanische Banken in den Ruin trieb und globale Ausmaße annahm – gewannen die Online Casinos der Welt sage und schreibe 20 Mrd. USD Reinertrag. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Onlinecasinowirtschaft weder stagniert, noch irgendwie einbricht, sondern schlichtweg einen Rekordertrag in die Welt gesetzt hat – und das inmitten der so genannten größten Wirtschaftskrise seit 1945. Allein diese Zahl spricht allen Schwarzmalereien zum Trotz für ein weiteres Wachstum im Geschäftsbereich der Internetglücksspielindustrie. Viele Kunden scheinen allem Anschein nach tatsächlich eher zu Maus und Tastatur zu greifen, anstatt den Weg ins ferne Landcasino zu suchen. Vielleicht auch deshalb, weil im Internet zunächst einmal alles etwas virtueller wirkt, als in der echten Spielbank. Hier wird der Verlust sicherlich weniger real empfunden als am echten Rouletterad. Meistens ist dieser im Netz aber auch geringer.

Dreizehn gegen die Bank

September 28th, 2009

Die Casinoszene kennt so einige Legenden. Menschen, die große Spielbanken schufen und sich verdient um die Glücksspielindustrie gemacht haben und clevere Personen auf der anderen Seite, die ihr Wissen angewandt haben, um die geschaffenen Spielbanken dann wiederum millionenfach zu entleerern. Geschichten und Mythen gibt es zu Genüge – wenige jedoch, die auch niedergeschrieben wurden. Eine Geschichte, welche sich jedoch immer wieder gern erzählt, ist die der dreizehn Roulette-Asse, welche mit einem unkonventionellen System die Bank von Nizza geknackt haben sollen.

Obwohl verwoben in einen literarischen Bericht, ist diese sogar wirklich geschehen. Der Schriftsteller Norman Leigh begab sich in seiner Jugend zusammen mit seinem Vater auf eine umfangreiche Reise in den Süden Frankreichs. In Nizza machte er erste Bekanntschaft mit dem Glücksspiel. Beim Roulette kontinuierlich zu gewinnen schien jedoch aussichtslos – aussichtslos genug, um Leighs Ehrgeiz anzustacheln. Das Vater und Sohn-Paar versuchte sein Glück, doch scheiterte letztlich an dem übergroßen Bankvorteil. Leigh vergaß diese Erfahrung allerdings nie. Wie besessen tüftelte er ein System aus, nachdem er auf jeden Fall gewinnen müsste: eine umgekehrte Variante des Labouchere. Mitte der 60er Jahre war es dann an der Zeit, dieses System an der Realität zu prüfen. Glaubt man seinen Niederschriften, so konsultierte er verschiedenste Spieler, welche er mit seiner Strategie vertraut machte, zwölf von diesen auswählte und sie aus Rache oder aus Freude an der Herausforderung mit nach Nizza nahm, um die dortige Spielbank beim Roulette zu plündern. Das erstaunliche, obwohl beinahe unglaubliche Resultat der Aktion war der Millionenverlust der Spielbank in Nizza. Leighs Schüler hielten sich für Tage geduldig an den Roulettetischen auf, folgten den Ergebnissen und setzten kontinuierlich ihre Taktik durch. Eine Zahl nach der anderen strichen sie von ihre Liste, fügte neue hinzu – gewannen kaum zu erwartende Beträge. Der Erfolg der Mathematik gegenüber der Unwahrscheinlichkeit beim Roulette zu gewinnen, war damit unter Beweis gestellt. Diese systematisierte Spielweise jedoch, war den Betreibern des Casinos logischerweise ein Dorn im Auge. Leigh und seine Jünger wurden allein deswegen, weil sie auf legale Weise zwei Wochen lang nur horrende Gewinne in Nizza eingefahren hatten, aus der Stadt gejagt und erhielten ein Spielverboten in allen französischen Casinos.

Der Fall war so spektakulär, dass Norman Leigh ihn in Worte fassen musste. In seinem Buch Thirteen Against the Bank beschreibt er sorgfältig die Vorgänge, welche zu den zahlreichen Gewinnen und der Verbannung seines Teams aus der französischen Casinolandschaft führte. Wer etwas über Taktik und Anwendung im Glücksspiel erfahren möchte, sollte sich unbedingt der Lektüre dieses Buches widmen. Es bildet eine interessante Verschmelzung von Strategieschule, Erfahrungsbericht und Narration.

Spielen mit doppelter, dreifacher…fünffacher Chance: in der Spielbank Wiesbaden

September 28th, 2009

Über die historische Bedeutung der Spielbank im Kurhaus zu Wiesbaden besteht gar kein Zweifel. Als eines der ältesten Casinos in Deutschland sticht es allein schon geschichtlich hervor und beeindruckt darüber hinaus durch sein hohes Maß an Prunk und exklusiver Ausstattung. Edelste Hölzer verzieren den Spielsaal und kristallene Kronleuchter lassen diese wiederum in einem ganz eigenen Licht erstrahlen.

Aber nicht nur Vergangenheit und Ausstattung ist in Wiesbaden von Bedeutung. Für den modernen Casinogänger von heute hat das legendäre Casino so einiges zu bieten. Beispielsweise hält es eine nicht zu verachtende Auswahl an klassischen Spielen sowie Spielautomaten parat. Die darin enthaltenen Aktionen sind nicht zu verachten. Wer die 2,50 Euro Eintrittsgebühr beim Pförtner hinterlegt, kann sich z. B. als Anfänger auf ein umfangreiches Probeangebot freuen. Neueinsteiger werden so jeden Freitag und Samstag einfühlsam an die Materie herangeführt – und können ohne Aufpreis sogar echte Jetons gewinnen. Diese erste Lernphase überstanden, wartet dann das große Spiel auf sie. Als Erstbesucher darf dieses fast wie selbstverständlich gebührenfrei genutzt werden – ebenso feiern Geburtstagskinder und Senioren ab 70 im Casino frei. Wer nicht in diese Schublade passt, muss jedoch keineswegs traurig sein: wer über ausreichende Geldmittel verfügt, kann in Wiesbaden z. B. die deutschlandweit höchsten Einsatzmaxima ausreizen. Im Roulette liegen diese bis zu teilweise 40.000 Euro. Jedoch auch die Minima sind für Geringverdienende durchaus akzeptabel. In der Regel beginnen die Mindesteinsätze bei gerade einmal 2 Euros und erhöhen sich nur in Sonderfällen oder bei besonderen Spielen wie dem Poker auf 10 bis 100 Euro.

Von besonderer Nennenswertigkeit ist ein Spielsystem, welches das Haus „Wiesbadener Super-Roulette“ nennt. Dieses soll großzügigerweise den Spielern einen doppelten oder sogar drei- bis fünffachen Gewinn vom Normalfall ermöglichen. Mittels einer laut schallenden Fanfare verkündet der Spielsalon, dass am jeweiligen Tisch über ein kurzes Zeitfenster hinweg mit einer erhöhten Auszahlungsquote gespielt wird. Wer seine Spielchips in dieser Zeit richtig setzt, wird das Casino freudestrahlend wieder verlassen. Neuerdings gilt diese Regel auch für den Black Jack-Bereich. Wer von der Bank einen speziellen Joker Jack zugeteilt bekommt, darf im Gewinnfall die doppelte Summe mit nach Hause nehmen – wenn das nichts ist.

Von Vorteil ist u. U. auch, dass beim amerikanischen Roulette sowie beim Roulite die Geldwerte der Jetons selbst vom Spieler bestimmt werden können. Dies sorgt für mehr Individualität und variable Gewinnsummen im Spiel. Jedoch sollte man unbedingt darauf achten, die Chips beim Croupier zu tauschen und nicht an der Casinokasse, da diese die Spezialjetons gegebenenfalls nicht akzeptiert. Wer übrigens ein Turnierfreak ist, kommt in Wiesbaden ganz besonders auf seine Kosten. An so gut wie jedem Wochentag finden angesehene Turnierspiele beim Poker statt. Mit einem Buy-In für durchschnittlich 75 Euro kann jeder Interessent an ihnen partizipieren – vorausgesetzt, dass noch Plätze frei sind. Eine Anmeldung hierfür ist online möglich. Grundsätzlich ist das Wiesbadener Spielcasino damit eine erstklassige Adresse in der Glücksspielwelt. Zwar ist sein Angebot einigermaßen begrenzt und klammert Exoten, wie Sic Bo oder Keno komplett aus, wer jedoch an den klassischen Spielen Freude hat, kann dafür in Wiesbaden einen professionellen Partner finden. Denn das, was die Spielbank Wiesbaden anbietet, wird mit höchster Qualität an den Kunden gebracht. Ein Fakt, den jeder Kenner zu schätzen wissen wird.

In den Prunksälen Baden-Badens: Geschichte und Gegenwart einer Spielbank

September 28th, 2009

Als Frankreich im 19. Jahrhundert das Glücksspiel verbot, herrschte Trauerstimmung unter den Casinogängern Frankreichs. Im gesamten Zentralstaat schlossen die Etablissements dieser Art und es blieb den Roulettefans des Landes nichts anderes übrig als in verruchten Hinterhofkneipen das Verbotene weiterzubetreiben – vorausgesetzt sie wanderten nicht gleich nach Deutschland aus. Noch bevor Monte Carlo zum Mekka der französischen Spieler wurde, florierten östlich des Rheins die Spielbanken mit unglaublichem Erfolg. Baden-Baden, der weltbekannte Kurort an seinem rechten Flussufer, machte sich dabei abseits der Thermalbäder einen besonders großen Namen.

Von 1801 bis zur vom Deutschen Reich verordneten Schließung aller Spielbanken 1872 war Baden-Baden wahrscheinlich der wichtigste Zufluchtsort für französische Spieler, aber eben auch für deutsche Staatsbürger, die dem großen Ruf mehr und mehr zu folgen begannen. Ausgerechnet ein Pariser Financier, namens Jacques Bénazet übernahm circa 50 Jahre nach Gründung die Geschäftsführung im Haus und stattete es mit dem zu jener Zeit modernsten und elegantesten Interieure aus. Prunk und Luxus waren seither das Markenzeichen des Casinos und verleiteten große Denker wie den russischen Nationaldichter Fjodor Dostojewski zu übermäßigem Roulettespiel. Zusammen mit seiner Frau soll er während seines Aufenthalts in Deutschland mehrmals höhere Summen in Baden-Baden verspielt haben – ein großer Schriftsteller wurde er dennoch.

So gut sich das Geschäft jedoch bis Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hatte – die Reichsgründung machte dem frohen Treiben quasi ein Ende. Was die Markgrafschaft Baden noch bereitwillig duldete, war im gesamtdeutschen Reich endgültig passee und so schlossen Anbruch des Jahres 1872 alle Spielbanken in Deutschland, einschließlich der in Baden-Baden – der Casinobetrieb verlagerte sich damit endgültig nach Monte Carlo und verschaffte der dortigen Spielbank ihren legendären Ruf.

Ein halbes Jahrhundert später erst öffnete man auch in Baden-Baden wieder die Pforten. Das politische System hatte unterdessen zum zweiten Mal gewechselt und die Nazis lizenzierten das Geschäft am Rhein. Fast die gesamten zwölf Jahre des Regimes überdauerte die Einrichtung und rettete sich mit der Neueröffnung 1950 sogar in die Bundesrepublik hinüber. Heute untersteht sie der baden-württembergischen Landesregierung und lockt im Namen dieser immer noch Gäste aus aller Welt an. Beschaulichkeit und Geschichte sind hierfür einer der Hauptgründe: die erstaunlich gut erhaltene Inneneinrichtung, das feine und edle Dekor sowie die historische Atmosphäre haben so ihren besonderen Reiz. Ein Reiz, der nicht einmal viel kosten muss. Wer das große Spiel angehen möchte, muss lediglich 3 Euro beim Pförtner hinterlegen und erhält Einlass in die traditionsreichen Spielsäle. Wem das noch zu viel ist, der kann sich für 1 Euro an den Automaten vergnügen – weniger historisch zwar, aber immerhin.

Wahrheit oder Legende: Russisches Roulette

September 28th, 2009

In gespenstisch präzisen Abständen, kommt es wieder und wieder zu spektakulären Unfällen im Zusammenhang mit dem legendären Russischen Roulette. Insbesondere die High Society scheint öfters dafür anfällig zu sein, ihr Leben in waghalsigen Aktionen aufs Spiel zu setzen, was dann von Zeit zu Zeit – zuletzt im Fall des Bruders von Hollywood-Schauspieler Marc Ruffalo – gehörig ins Auge gehen kann. Schuld daran: der Reiz der Gefahr und die Legende selbst. Doch wo kommt sie eigentlich her? Und ist sie wirklich nur Legende?

Berühmteste Quelle des riskanten Unterfangens, ist sicherlich Michail Lermontows Ein Held unserer Zeit – ein Roman, der sehr dem Fatalismus, also einer stark schicksalsgesteuerten Denkweise nahesteht. Insbesondere der Gedanke des Duells, auch in Ausführung des Russischen Roulettes spielt hierbei, wie in so vielen Werken und Lebensweisen des russischen Intellektuellenadels eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das Duell überhaupt war zu jener Zeit in Russland ausgesprochen präsent. Man gab sich schließlich französisch und so wurde in diesem Sinne auch jede Ehrverletzung mit dem eleganten Handschuhschlag erwidert: sowohl Lermontow als auch Alexander Sergejewitsch Puschkin bezahlten dies mit ihrem Leben. Der Schritt von einer solchen auch und gerade in Intelligentenkreisen weit verbreiteten Duellkultur hin zu einer Methode, in der man ehrenhaft nur noch gegen das Schicksal spielt ist nicht weit: schließlich begeisterte man sich für den Fatalismus – und der kann, wenn man sich denn schon duellieren muss, viel besser mit einem sechsschüssigen Trommelrevolver zelebriert werden. Die Entstehungszeit des Mythos ist folglich am ehesten bei den Literati des 19. Jahrhunderts anzusiedeln – auch wenn so manche Theorien die Augen stark zur russischen Soldateska schweifen lassen. Sowohl Gefangene als auch einfache Soldaten sollen im Rahmen des Militärs zum Spiel mit dem Schicksal gezwungen worden sein, was allem Anschein nach makabre Strafe für unehrenhaftes Verhalten sein sollte.

Ob das Psychospiel in der russischen Armee Realität war, ist jedoch fraglich. Allein die damals gängigen Revolver waren nur wenig dem Spiel kompatibel, was diesen Herkunftsmythos doch eher als einen Propagandaslogan über die Rohheit des russischen Soldaten erscheinen lässt. So unsicher die Befunde über den Ursprung des Spiels sind, so sicher kann man aber sagen, wann sich die Legende in der westlichen Welt verbreitet hat. Nach einigen wenigen Erwähnungen in der Literatur, wurde das Russische Roulette vor allen Dingen in Hollywood zu einem Filmsymbol der Sonderklasse. Es vermittelte  Schicksalhaftigkeit, Waghalsigkeit und ein gehöriges Maß an Kulturpessimismus: Brutalität mit Stil. Seitdem: ein Selbstläufer. Heutige Filme nutzen es, weil es andere Filme bekannt gemacht haben und heutige Spieler spielen es der Legende wegen. Unterstützenswert freilich ist das nicht, doch wer sein Leben auf diese Weise riskieren will, kann wohl nur selten davon abgehalten werden. Immerhin, die Überlebenschancen sind nicht allzu schlecht: 5/6 sind ja schließlich mehr als gar nichts – unter Umständen aber nicht mehr als genug.

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