Eine der wohl ältesten Strategien, um beim Black Jack zu gewinnen, beruht auf der Tatsache, dass es immer eine feste Auswahl von Karten im Stapel gibt und sich diese mit jedem Abheben minimiert. Mit voranschreitendem Spiel kann man daher allmählich bestimmte Farben und Wertigkeiten ausschließen und so gezielt seine Chancen auf einen Gewinn erahnen.
Hierbei ist jedoch Geschick und ein gehöriges Maß an Rechenkunst und Erinnerungsvermögen gefragt. Relativ simpel ist dennoch das einfache hoch-niedrig-System: hierzu teilt man die Karten in hohe und niedrige Werte ein. Niedrig heißt dabei vor allen Dingen alles unterhalb der 6 und hoch alles, was ein Konterfei auf dem Deckblatt trägt – insbesondere aber die Asse. Nun aber ist Denkarbeit angesagt: jedes Mal, wenn eine niedrige Karte den Schlitten verlässt, muss der Spieler eine geistige Eins abziehen, bei Ass oder Zehn, selbige zu seinem System hinzuaddieren. Hieraus ergibt sich ein Schema, aus welchem die Wahrscheinlichkeit eines zehnergesättigten Stapels zum Vorteil des Spielers ersichtlich ist. Hat man selbst relativ niedrige Karten in der Hand oder benötigt nur noch eine 10, um auf die begehrten 21 Punkte zu kommen, ist jetzt ziehen angesagt. Ist der eigene Kartenwert bereits jenseits der 15ner Marke, so lohnt sich das Stehenbleiben, da sich der Dealer geradezu unweigerlich überkaufen wird. Jedoch nicht nur für die Entscheidung zwischen Ziehen und Stehenbleiben ist die Aussage darüber, was sich noch im Kartenstapel befindet wichtig. Las Vegas hatte in den 60ern einen Großteil seiner Black Jack-Verluste dadurch gemacht, dass Kartenzähler an der richtigen Stelle ihre Einsätze in unverhältnismäßige Höhen getrieben haben. Bei vielen Zehnern im Kartenstapel, lohnen sich so z. B. hohe Spieleinsätze und ebenso das Verdoppeln, wenn man selber eine Zehnerkarte in der Hand hält. Bei einem niedrigwertigen Stapel dagegen, lohnt sich dieses Risiko nie. Dann heißt es Bares sparen oder gleich ganz vom Tisch abrücken.
This is a blockquote
Dass das Kartenzählen bei den Casinobetreibern selber aufs gröbste verpönt ist, liegt auf der Hand. Seit dem Aufkommen erster mathematisch begründeter Strategiewerke zum Kartenzählen beim Black Jack, versuchen sie dementsprechend rigoros zu kontern. Auch wenn sie die Taktik schlecht als Betrug geißeln und verbieten können, Mittel und Wege, um das mathematische Treiben einzugrenzen gibt es. Kostenlose Drinks waren beispielsweise lange Zeit die Hauptwaffe der Spielbanken, ebenso wie das häufigere Auswechseln der Kartenstapel. Da dies nicht ausreicht, gibt es jedoch immer noch Casinos, die versuchen, das Kartenzählen zu verbannen. In Atlantic City können ertappte Kartenzähler z. B. mit einer Begrenzung ihrer Wetten rechnen und auch Las Vegas verfolgt ähnliche Bestrafungsmuster. Schwierig wird es auch im Online-Casino. Da man hier nie erahnen kann, an welcher Stelle der Kartenstapel steht, wie oft virtuell ausgewechselt wird oder ob die Grundgesamtheit ohnehin immer gleich bleibt, ist diese Strategie für den Internetbereich fast überhaupt nicht zu empfehlen. Man kann schließlich davon ausgehen, dass kein Casino der Welt seinen Spielern minutenlange, schriftliche Rechenzeit vorm Computer zugesteht, um die Kasse anschließend leer zu räumen. Auch wer das Kartenzählen beherrscht, sollte im Internet daher lieber darauf verzichten.