Roulette Regeln

September 28th, 2009

Roulette zu spielen bedarf nicht viel an Können aber einiges an Wissen. Gespielt wird am sogenannten American Wheel (Standard Roulette). Dieses Rad unterteilt sich in 38 Felder. Darauf sind die Zahlen 1 bis 36 verteilt, außerdem zwei Felder mit einer 0 und einer Doppel 0. Die Zahlen 1 bis 36 sind außerdem aufgeteilt in rote und schwarze Felder. So ist die 1 immer Rot, die 2 immer Schwarz, die 3 wieder Rot usw.. Die 0 und die 00 sind dagegen Grün. In dieses Rad aus 38 Feldern wird bei Spielbeginn eine Kugel eingedreht, die sich entgegengesetzt des Rades dreht, so lange, bis sie auf einer Zahl liegenbleibt.

Ebenfalls zum Spiel gehört der Einsatztisch. Er ist in mehrere Felder aufgeteilt, die sich wie folgt darstellen:

Die Zahlen 1 bis 36 sind in drei gleich großen Reihen angebracht. Waagrecht in drei Feldern, senkrecht in 16 Felder, die beiden 0-Felder sind oberhalb dieser Reihen platziert. Unterhalb der Reihen gibt es jeweils ein Feld, das genutzt wird, um auf die jeweilige Reihe zu setzen, neben den Zahlenreihen gibt es drei Felder, die diese nochmals in dreiteilen, erstes, zweites und drittes Drittel. Außerdem gibt es noch die Felder für rot und schwarz, für 1-18 und 19-36 und zwei Felder mit der Aufschrift Gerade und Ungerade. Gesetzt kann dabei auf alles werden.

Wissen sollte man auch, welche Einsätze, welche Gewinne bringen. Hier eine Auflistung von den kleinsten zu den größten Gewinnen:

Rot, Schwarz, Gerade, Ungerade, Zahlen 1-18 und 19-36  Auszahlung:   1 zu 1
Erstes, zweites, drittes Drittel und erste, zweite, dritte Reihe    Auszahlung:   2 zu 1
Sechs Zahlen in zwei Reihen nebeneinander Auszahlung:   5 zu 1
Die fünf Zahlen 0, 00, 1,2,3    Auszahlung:   6 zu 1
Vier Zahlen im Block Auszahlung:   7 zu 1
Drei Zahlen nebeneinander  Auszahlung: 11 zu 1
Zwei Zahlen nebeneinander  Auszahlung: 17 zu 1
E0ine einzelne Zahl     Auszahlung: 35 zu 1

Zur Verdeutlichung ein paar Beispiele:

10 € auf Rot Rot gewinnt  Gewinn: 20 €
10 € auf Rot, 20 € auf ungerade  18 Rot gewinnt Gewinn: 20 €
10 € auf Rot, 20 € auf gerade  18 Rot gewinnt Gewinn: 60 €
10 € auf das erste Drittel 1 Rot gewinnt  Gewinn: 30 €
10 € auf 1,2,3,4,5,6 4 Schwarz gewinnt Gewinn: 60 €
10 € auf 32,33,35,36  36 Rot gewinnt  Gewinn: 80 €
10 € auf 25,26,27   26 Schwarz gewinnt   Gewinn: 120 €
10 € auf 19,20 19 Rot gewinnt  Gewinn: 180 €
10 € auf 30 30 Rot gewinnt Gewinn: 360 €

Man erhält also immer den Gewinn im Verhältnis, wie oben beschrieben, plus den Einsatz.

Aber nun zum Spiel selbst: Der Croupier fordert zu Beginn eines Spiels „Ihre Einsätze bitte“. Danach wird nach Belieben (wie beschrieben) platziert. Haben alle Ihre Einsätze gemacht, dann wird der Croupier sagen „Nichts geht mehr“. Danach darf nicht mehr gesetzt werden. Der Croupier dreht die Kugel in das Rad ein und zwar immer entgegen der Radbewegung. Danach wird gewartet, bis die Kugel in ein Feld gefallen ist. Diese Zahl hat dann gewonnen. Die Gewinne werden verteilt, die Einsätze, die nicht gewonnen haben, gehen an die Bank.

Das war es im Prinzip schon. Mehr muss man nicht wissen, um Roulette spielen zu können.

Roulette Strategien und Tipps

September 28th, 2009

Wie viele Casino-Spiele ist auch das  Roulette ein reines Glücksspiel. Und wie der Name Glücksspiel schon sagt, braucht man Glück, um zu gewinnen. Dennoch kommen immer wieder schlaue Leute, die eine neue Strategie auf den Markt bringen, mit der man angeblich gute Chancen hat, zu gewinnen. Diese Strategien werden dabei zu horrenden Preisen verkauft, sind allerdings keinen Pfifferling wert. Denn es ist definitiv nicht vorhersagbar, welche Zahl beim Roulette als nächste kommt, auch nicht welche Farbe. Wer das kann, der ist Hellseher. Wer behauptet, dass man das vorhersagen kann, der lügt. Also Finger weg von solchen unseriösen Angeboten.

Dennoch gibt es den einen oder anderen Tipp, den man beherzigen kann, damit die Chancen größer werden, Gewinne einzustreichen. Zuvor wollen wir aber mal die Chancen genauer unter die Lupe nehmen. Die besten Chancen hat man wohl, wenn man auf Rot oder Schwarz, auf Gerade oder Ungerade oder auf die erste Zahlenhälfte 1-18 oder die zweite Zahlenhälfte 19-36 setzt. Hier ist die Chance 50 zu 50. Weniger Chancen hat man schon, wenn man auf das erste, zweite oder dritte Drittel setzt, oder die erste, zweite oder dritte Reihe wählt. Da stehen die Chancen noch bei 33 %. Wählt man sechs Zahlen nebeneinander aus, dann sinkt die Chance, einen Gewinn einzustreichen, auf nur noch auf 16 %. Bei vier Zahlen im Block sind es 12 Prozent, drei Zahlen nebeneinander lassen die Chancen auf gerade mal 8 Prozent schrumpfen und wer auf zwei Zahlen nebeneinander setzt, verringert seine Chancen nochmal und zwar auf 5 Prozent. Ganz geringe Chancen auf einen Gewinn hat man, wenn man auf eine einzelne Zahl setzt. Hier wird mit einer Quote von 1 zu 35 ausgezahlt, die Chancen liegen also bei gerade mal 2,7 Prozent. Gut, immer noch eine größere Chance, als beim Lotto. Will man sich also die Chancen auf einen Gewinn wahren, dann sollte man auf die Felder setzten die eine 50/50 Chance haben. Eine Garantie ist das allerdings auch nicht.

Eine ebenfalls recht gute Möglichkeit, Gewinn zu machen, ist die Methode, dass man 35 der 36 möglichen Zahlen setzt. Eigentlich sind es sogar 37 Zahlen, denn die 0 zählt auch dazu. Beim Amerikanischen Roulette sind es sogar 38, denn da gibt es das Feld mit der Doppel 0. Schon allein aus diesem Grund, sollte man, wenn möglich, das Europäische Roulette spielen, weil dadurch die Gewinnchancen der Bank minimiert werden. Setzt man also nun auf 35 Zahlen, ist die  Chance natürlich extrem hoch, dass man gewinnt. Wird beispielsweise je Zahl ein Euro gesetzt, sind das 35 Euro. Im Gewinnfall bekommt man dann 36 Euro ausgezahlt. Die Quote auf eine Zahl ist 1 zu 35 plus der Einsatz macht 36 Euro. Somit hat man einen Euro gewonnen. Tut man dies zum Beispiel 100 Mal hintereinander, kann man so 100 Euro gewinnen. Aber auch hier ist der Zufall Gesetz, denn es besteht natürlich die Möglichkeit, dass entweder genau die Zahl kommt, auf die man nicht gesetzt hat, dann geht man in dieser Runde leer aus und die 35 Euro sind futsch, oder es kommt die 0, dann ist zwar nur die Hälfte verloren, aber das sind auch noch 17,5 Euro.

Ganz Schlaue propagieren öffentlich im Internet eine Strategie, die angeblich immer funktionieren soll. Und zwar soll man immer so lange auf eine Farbe setzen, bis diese gewinnt. Danach auf die andere Farbe, wieder so lange, bis diese gewinnt. Dabei muss allerdings der Einsatz, wenn verloren wird, immer verdoppelt werden. Ein kleines Beispiel: Man setzt einen Euro auf schwarz, rot gewinnt. Dann setzt man das Doppelte, also zwei Euro auf schwarz, wieder gewinnt rot. Nun setzt man vier Euro auf schwarz, wieder gewinnt rot. Dann werden acht Euro auf schwarz gesetzt und dann gewinnt schwarz. Das heißt, man bekommt 16 Euro ausgezahlt. Bezahlt hat man aber nur 15 (1+2+4+8=15). Man hat also einen Euro Gewinn gemacht. Nun ist rot an der Reihe und das Spiel geht wieder von vorne los. So soll man angeblich sein Vermögen in kürzester Zeit vermehren können. Das mag vielleicht im Einzelfall sogar klappen, dennoch ist von dieser Methode abzuraten. Denn nehmen wir doch einfach mal den Fall an, dass zehnmal hintereinander Schwarz kommt, während wir auf Rot gesetzt haben. Das wäre ein Einsatz von 1023 Euro (1+2+4+8+16+32+64+128+256+512). Geht man zum Beispiel mit 100  Euro an den Tisch und will nach dieser Methode spielen, dann kann man nach sechs Zahlen in der falschen Farbe das Spiel aufgeben, weil das restliche Geld für ein siebtes Spiel nicht mehr reicht. Sicherlich wird es den ein oder anderen geben, der mit mehreren Tausend Euro an den Roulettetisch geht. Aber der wird bestimmt nicht diese Summen einsetzen, um einen Euro zu gewinnen. Wie man sieht, ist auch diese Methode keine besonders gute Strategie.

Auch ein resultatorientiertes Denken ist, wie bei anderen Spielen, beim Roulette ebenfalls nicht angebracht. So meinen viele, dass die Wahrscheinlichkeit, dass nach zehn schwarzen Zahlen hintereinander, eine rote kommt, größer ist, als dass noch einmal eine schwarze kommt. Dies ist aber definitiv falsch. Denn die Wahrscheinlichkeit ist für beide Farben gleich, nämlich 50 zu 50. Selbst wenn 100 Mal die Farbe Schwarz kommen würde, bliebe die Wahrscheinlichkeit immer gleich. Genauso ist es ein Irrglaube, dass es nahezu unwahrscheinlich ist, dass zwei- oder gar dreimal hintereinander dieselbe Zahl kommt. Auch das ist möglich. Es ist einfach nicht vorhersehbar.

Wer Roulette mit Strategie spielen will, der wird Pech haben, denn das gibt es nicht. Es ist ein Glücksspiel und wird es auch immer bleiben. Das sollte man beachten und entsprechend sein Geld setzen. Vielleicht landet man mit etwas Glück eines Tages ja auch mal den großen Coup.

Roulette – amerikanischer Art

September 28th, 2009

Wer sein gesamtes Leben lang in Europa verbracht hat, wird sich unter Roulette stets die elegante französische Variante vorstellen. Das Zahlentableau ist jedem gemeinhin bekannt, ebenso die üblichen Regeln – und das im Wesentlichen aus dem Grund, das französisches Roulette in der Kulturgeschichte Europas, in seiner Kunst und Literatur ein wichtiges gesellschaftliches Element eingenommen hat. Die amerikanische Roulettevariante wird dagegen immer ein wenig abschätzig beäugt. Diese Abwertung hat American Roulette jedoch nicht unbedingt verdient. Ganz im Gegenteil, es hat nicht nur seine kulturelle Berechtigung, sondern birgt auch ungemeine Vorteile für entnervte Roulettespieler in sich, die im Durcheinander an Setzmöglichkeiten und Wahrscheinlichkeitsberechnungen einfach keinen Durchblick finden.

Amerikanisches Roulette wird zunächst nämlich mit einem viel rascheren Tempo gespielt. Das Spielfeld ist einfacher und übersichtlicher gestaltet, wobei es sich in einen inneren und einen äußeren Kreis einteilen lässt. Es gibt grundsätzlich nur acht Möglichkeiten, sein Geld zu platzieren: als straight bezeichnet man das einfache Setzen auf eine Zahl einschließlich der Null im inneren Zirkel. Ein split dagegen beschreibt das Überlappen zweier benachbarter Zahlen mit einem Spielchip. Auch das Bauen ganzer Straßen ist beim American Roulette möglich. Hierzu muss man seinen Spielchip lediglich an den Kreuzungspunkten dreier Zahlen platzieren und kann so seine Chancen auf einen lukrativen Gewinn beträchtlich erhöhen. Wer seine Jetons jedoch bis auf die äußere Kreuzungslinie zweier Zahlen verschiebt, sollte sich dabei bewusst sein, dass er sogar auf zwei komplette Querreihen – insgesamt also auf sechs Zahlen setzt.

Das Risiko im inneren Zirkel zu verlieren ist immer erheblich größer als das, welches beim Setzen auf die äußeren Felder (Rennbahn) entsteht. Hier ist es entweder möglich auf 12er Längs- oder Quergruppen zu setzen. Darüber hinaus gibt es die ebenso aus dem französischen Roulette bekannten 50%-Felder, welche Schwarz/Rot, Gerade/Ungerade oder hohe und niedrige Wertigkeiten unterscheiden. Einen wichtigen Unterschied gibt es beim American Roulette bezüglich der Null. Diese ist nämlich anders als bei der klassischen Variante gleich doppelt vorhanden. Bei der Doppel-Zero fallen alle Einsätze der Bank zu, bei der einfachen Null lediglich die Hälfte dieser – dies stellt einen wesentlich größeren Bankvorteil als in Europa dar. Die Höhe der Einsätze ist übrigens selbst von jedem Spieler bestimmbar. Gespielt wird nämlich mit American Chips. Das heißt, dass jeder Spieler eine Farbe zugeteilt bekommt und die Wertigkeit der jeweiligen Jetons selber bestimmen kann. So kann es nie zu Verwechslungen zwischen einzelnen Rouletteteilnehmern kommen, was angesichts des üblichen Jetonwirrwarrs ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist. Allein durch diese Verfahrensweise beschleunigt sich das Roulette um ein Vielfaches. Diese neu gewonnene Dynamik kann dem Spiel keinesfalls schaden – weder auf Seiten der Spieler, noch auf Seiten des Croupiers.

Roulette und die Geschichte seiner Eleganz

September 28th, 2009

Roulette ist heutzutage eines der Aushängeschilder der französischen Glücksspielkultur – Tradition und Eleganz des Spiels, Stil und Lukrativität liegen ihm zugrunde. Große Männer verfielen seinem Reiz…wie Russlands Schicksalsautor Fjodor Dostojewski, der in den rheinischen Casinos sein Reisebudget verspielte, den Spieler schrieb: eine Hommage, ein Erfahrungsbericht, eine Tragik in sich selbst. Und warum das alles? Weil das Spiel seinen Charme hat – und seine ganz eigene Geschichte.

Ob das kleine Rad – das roue-lette – tatsächlich aus Frankreich stammt, ist kaum bewiesen. Historische Linien sollen auf chinesische Kaiserdynastien zeigen oder auf die Römerzeit oder auf das toskanische Renaissance-Italien: was Sinn macht, denn das Glücksrad, das Rad der Fortuna, welches sowohl die Reichtümer des Füllhorns seiner Besitzerin ausschüttete, als auch unsägliches Unheil bringen konnte, war ein Gemeingut des spätmittelalterlichen Italiens. Frankreich als aufstrebende Macht der Renaissanceperiode übernahm das Spiel vermutlich – und dann kam Pascal: der berühmte Mathematiker beschäftigte sich im 17. Jahrhundert intensiv mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung und entwickelte vermutlich zur Beweiserbringung das Roulette in heute bekannter Form – abzüglich der Online-Avatare und der WWWs, versteht sich. 36 Felder, abwechselnd rot und weiß, eine Metallkugel, Jetons und Setzfelder. Ein Croupier am längeren Hebel – so wurde das Spiel bekannt und bestimmte insbesondere die französische Casinoszene im 18. und 19. Jahrhundert. Die Aristokratie vergnügte sich in Spiegelsälen an dem eigentümlichen Wahrscheinlichkeitsspiel. Die unglücklichen Bohêmes ja sowieso – und von Bad Homburg bis Monte Carlo machte man bald Umsätze in Millionenhöhe. Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter des zweifarbigen Rades + 0. Französisches Roulette, Amerikanisches Roulette, Englisches Roulett…letztlich Russisches Roulette – die Varianten wurden vielfältig, bisweilen riskant…

…und während die russischen Soldaten im ersten Weltkrieg mit einer anderen, der letztgenannten Art von Glücksrad die Kugeln anscheinend nicht nur auf demselbigen platzierten, galoppierte das reguläre Roulette auch im 20. Jahrhundert weiter auf der Erfolgsspur: die 20er mit ihrer Avantgarde, die 50er mit Monroe und Capote waren Blütezeiten in der Szene und seitdem wir nun die digitalen Hilfsmittel in unseren Haushalten haben, nicht mehr Straßen über Straßen überqueren müssen, um Jetons zu platzieren, floriert erneut das Geschäft mit dem Rädchen – mehr denn je. Roulette ist auch im digitalen Kosmos eines der beliebtesten Spiele, das der Spieler spielen kann: prinzipiell ist dabei alles gleich geblieben, lediglich der Croupier bleibt all dem Onlinegeschehen fern. Das Rad jedoch, es dreht sich. Die Kugel fällt, Schluss und Aus: Rien ne va plus!

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